Urban Gardening liegt voll im Trend! Wer in der Stadt nur einen kleinen Balkon oder eine Terrasse hat, muss nicht auf den Anbau von frischem Obst und Gemüse verzichten. Der Trend zum Urban Gardening ist vor einigen Jahren aus den USA zu uns herüber geschwappt und hat seitdem auch in Deutschland begeisterte Anhänger gefunden.

Urban Gardening – Was ist das überhaupt?

Urban Gardening, das klingt irgendwie grün, hip und total angesagt. Das alles trifft auch zu, aber dennoch sind urbane Gärten keinesfalls ein junger Trend. Es geht um den Anbau von Nahrungsmitteln in Gemeinschaftsgärten. Im Grunde wird der Gemüseacker also in die Stadt integriert, überall dorthin, wo Platz für ein Beet oder für einen mit fruchtbarer Erde gefüllten Kübel, einen Kasten oder Topf ist. Wenn du jedoch lediglich ein paar Chili-Pflanzen in deiner Wohnung oder auf dem Balkongarten züchtest, ist das aber kein Urban Gardening, denn dein Balkon oder deine Terrasse ist ja nicht öffentlich zugänglich.

Trotzdem wird der Begriff Urban Gardening auch immer dann verwendet, wenn du auf deinem Balkon etwas anbauen möchtest.

Ein kleiner Ausflug in die Geschichte von Urban Gardening

Urban Gardening begann irgendwann zwischen Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Industrialisierung. Immer mehr Menschen zogen vom Land in die Städte, da es dort Arbeitsplätze in den neu entstandenen Fabriken gab.

Das Problem damals war, dass es nicht so wie heute in jedem Haushalt die Möglichkeit gibt die verderblichen Lebensmittel zu kühlen. Auch die Transportwege zur damaligen Zeit waren langsamer als heute. Die Lösung war somit, Obst und Gemüse nah an der jeweiligen Stadt oder eben in der Stadt selbst anzubauen.

Auch die Menschen bauten auf vorhandenen Flächen ihre eigenen Nahrungsmittel an. Jedoch noch nicht auf einem Balkon oder einer Terrasse. Die Nahrungsmittel waren entweder zur Eigennutzung oder zum Verkauf auf dem Markt da.

Das änderte sich, als Ende des 19. Jahrhunderts auch zunehmend Wohnungen in den neuen Arbeitersiedlungen mit Balkonen ausgestattet wurden. Dort war es schon eher üblich, nicht nur Zierpflanzen zur Begrünung auszuwählen, sondern auch in kleinem Rahmen zu gärtnern und Gemüse zu ziehen.

Während der Kriegszeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Menschen gar von der Regierung aufgerufen, auf jedem verfügbaren Fleckchen Land Obst und Gemüse zur Eigennutzung anzubauen. Und so war Urban Gardening zum ersten Mal in aller Munde.

Dieser Anbau von Lebensmitteln ging nach dem zweiten Weltkrieg in den großen Städten wieder zurück und erst in den 70er Jahren begannen einige New Yorker wieder mit dem Anbau von Obst und Gemüse in ihrer Stadt. Dieser Trend schwappte dann langsam aber sicher nach Europa und auch nach Deutschland. In Hamburg, Berlin, München und vielen anderen deutschen Großstädten wird gemeinsam gepflanzt, gesät und geerntet. Und hey das ist doch eine richtig cool Sache.

Nun aber genug mit der Geschichtsstunde, jetzt wollen wir uns mal um deinen eigenen Balkon oder deine eigene Terrasse kümmern.

Wie du Urban Gardening zu dir nach Hause holen kannst

Dein Dachgarten wird urban. Ob Du dich nun entscheidest auf deinem Balkon oder deiner Terrasse nur Obst und/oder Gemüse anzupflanzen oder auch noch ein paar Blumen und Zierpflanzen dazu stellst, bleibt dir überlassen.

Kirschtomaten, Erdbeeren, Kräuter & Co in Kästen und Kübeln sind vielleicht nicht ganz so dekorativ und hipp wie die übliche Blütenpracht, dafür bringen sie jedoch jede Menge Genuss.

Und das Gute daran ist, dass ein Balkon- oder Terrassengarten leicht anzulegen und zu pflegen ist. Daraus ergeben sich gegenüber einer großen Gartenfläche sogar Vorteile, besonders wenn du berufstätig bist. Auch wenn du als Gemüse- und Obst-Fan zwar einen grünen Daumen hast, aber für einen großen Nutzgarten nicht genug Zeit, dann ist ein kleiner Dachgarten auf dem Balkon vielleicht eine super Alternative für dich.

Was ist zu beachten beim Urban Gardening?

Da du auf deinem Dachgarten natürlich nicht die Bodentiefe und auch eine geringere Anbaufläche als in einem herkömmlichen Garten hast, musst du kreativ werden.

Eine Möglichkeit ist in die „Höhe zu bauen“. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Hochbeet für den Balkon und auch mit Europaletten kannst du deine Anbaufläche vergrößern. Oder vielleicht hast du die Möglichkeit eine „Blumenampel“ zu befestigen, in der dann die Erdbeeren nach unten wachsen können. Das Ganze ist nicht nur platzsparend sondern sieht auch noch stylisch aus.

Ganz wichtig beim Anlegen eines Balkon-Gartens ist die Tragkraft: Kübel, Töpfe, Erde und Pflanzen bringen es zusammen auf einiges an Gewicht. Bei einer Mietwohnung also unbedingt vorher abklären, ob die baulichen Voraussetzungen vorhanden sind! Auch für das Bohren in Hauswände und Regenfallrohre gilt: Vorher den Wohnungseigentümer um Erlaubnis fragen. Alle Konstruktionen und Pflanzgefäße müssen zudem sorgfältig befestigt werden, damit alles sicher an seinem Platz bleibt. Am besten sorgst du auch für einen guten Windschutz, damit größere Gewächse dem Wind nicht zu viel Angriffsfläche bieten.

Urban Gardening: Vom Säen, Gießen und Ernten – Ein paar Tipps

Du möchtest Tomaten, Paprika, Chili, Radieschen und süße Vitaminbomben wie Erdbeeren oder Kiwis auf deinem Balkon ernten? Dann findest du in viele Gärtnereien extra Balkongemüse im Angebot. Was bei dir am besten gedeiht, hängt natürlich auch von der Ausrichtung der Balkonfläche ab. Ein Nordbalkon wird leider weder dich noch dein Obst und Gemüse mit Sonne verwöhnen.

  1. Südbalkone sind für alles ideal, was volle Sonne braucht. Tomaten mögen zum Beispiel gar keine Nässe von oben. Gießen solltest du ausschließlich am Morgen oder am Abend, aber niemals in der Mittagssonne!
  2. Möhren, Brokkoli, Blumenkohl und Lauchzwiebeln bedanken sich für einen Platz im Halbschatten mit mehr Ertrag und besserem Aroma. Zu viel Sonnenlicht schadet ihnen, optimal sind ein paar Sonnenstunden am Morgen oder am Abend.
  3. Du hast leider kein sonniges Plätzchen? Kein Problem: Mangold, Spinat, Bärlauch und Rosenkohl, aber auch Endivie, Rucola und viele andere Salatsorten bevorzugen schattige Standorte.
  4. Kohl, Kartoffeln und Karotten lassen sich zwar in Kübeln und tiefen Kästen ziehen, wachsen aber langsam und benötigen gleichzeitig zu viel Fläche. Du solltest diese und verwandte Sorten nur anbauen, wenn deine Balkonfläche groß ist und die vergleichsweise geringe Ausbeute dich nicht stört.
  5. Wenn du glaubst, gärtnerisch an deine Balkongrenzen zu stoßen, denk einfach noch etwas höher hinaus. Erdbeeren wachsen auch in Pflanzenampeln über deinem Kopf hervorragend. Oder verwandele eine sonnige Wand mit Rank-Hilfen in ein Paradies für Himbeeren und Weintrauben. Das tolle ist, dass die stufenförmige, übereinander angelegte Hochbeete sich gegenseitig Schatten spenden, sodass du sie entsprechend vielfältig bepflanzen kannst.
  6. Auch viele pfeffrige und feurige Exoten werden deinen Balkon lieben. Verschiedenes Saatgut für Paprika- und Chilipflanzen eignet sich ebenso wie mediterrane Kräuter auch für Anfänger. Außerdem benötigen Chili & Co nur sehr wenig Platz. Sogar wer bisher kein Händchen für Pflanzenzucht hatte, kann damit erstaunliche erste Erfolge erzielen.

Und überzeugt von Urban Gardening? Na dann nichts wie los in das nächste Gartencenter, um deinen Balkon in einen kleinen Dachgarten zu verwandeln.

Und mit ein paar einfachen Handriffen verwandelst auch du deinen Balkon in eine Sommeroase.

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Weitere spannende Themen, Tipps und Inspirationen rund um das Thema Urban Gardening findest du auf dem Magazin „Mein schöner Garten“.