Zählst du auch zu den knapp 96% der Deutschen, die im Sommer gerne grillen? Zugleich bist du daran interessiert, dabei einen eigenen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten? Dann bist du hier genau richtig, wenn du nachhaltig grillen möchtest!

Denn das Verständnis für dieses Thema ist nicht nur für Unternehmen und Politik wichtig. Ebenso bieten sich für dich als Privatperson auch Möglichkeiten umweltbewusst zu handeln. Eine dieser Möglichkeiten ist nachhaltiges Grillen. Der richtige Grill, passende Anzünder oder auch das richtige Grillzubehör. All das spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht nachhaltig zu grillen. Damit du in Zukunft diesbezüglich kein schlechtes Gewissen beim Grillen haben brauchst, zeigen wir dir Möglichkeiten auf, wie du auch den Umweltaspekt berücksichtigst.


Der Grill für mehr Nachhaltigkeit

Als Kernbestandteil und Basis guter Qualität beim Grillen dient selbstverständlich der richtige Grill. Wer es günstig mag und seltener grillt, bevorzugt hierbei häufig den Einweggrill. Der Weg zum Supermarkt liegt dann nahe. Problematisch bei einem Einweggrill ist jedoch das Material, meistens Aluminium. Für dass das du die Aluminium-Schale bereits nach einmaligem Gebrauch entsorgst, ist die Umweltbelastung bereits bei der Herstellung zu hoch. Der hohe Energieaufwand für eine Aluminium-Schale gefährdet die Umwelt und ist daher kein Mittel für Nachhaltigkeit. Zudem ist die Beständigkeit einer derartigen Schale kritisch zu betrachten, da der Boden nur sehr dünn beschichtet ist. Dadurch besteht die Gefahr den Rasen zu verkohlen oder sogar in Brand zu setzen. Des Weiteren ist die Grillkohle aufgrund der Luftzufuhr in der Grillschale mit zahlreichen Chemikalien getränkt für eine schnelle Gluterzeugung. Nicht gerade nachhaltig!

Zwar gibt es inzwischen auch ökologische Einweggrills, allerdings bist du bei häufigerem Grillen mit einem Mehrweggrill besser aufgehoben. Und du sparst vor allem Müll, was ja ein entscheidender Faktor für nachhaltiges Grillen ist. Laut dem TÜV Rheinland schneiden Einweggrill und Holzkohlegrill am Schlechtesten ab. Elektro- und Gasgrill sind nach dem Pressesprecher Ralf Diekmann vergleichsweise besser. Vor allem, wenn der Elektrogrill mit Ökostrom betrieben wird. Allerdings lässt sich nicht grundsätzlich sagen, dass Holzkohlegrills schlecht sind in Bezug auf nachhaltiges Grillen. Denn bei Herstellung und Verpackung der Kohle wird weniger CO2 emittiert als der Baum im Laufe seines Lebens aufnimmt.

Möchtest du auf einen Kohlegrill nicht verzichten, könnte evtl. der „Lotusgrill“ für dich in Frage kommen. Dieser benötigt zwar Batterien, verbraucht jedoch weniger Kohle.   

Nachhaltige Holzkohle?

Wie du bereits gehört hast, kommt es bezüglich Nachhaltigkeit eher auf die Art der Holzkohle an. Etwa 98% seiner Holzkohle importiert Deutschland, was ca. 243 Tonnen entspricht. Polen, Paraguay und Litauen gehören zu den Ländern, aus denen der größte Teil importiert wird. Besonders bei der Kohle aus Schwellen- und Entwicklungsländern solltest du vorsichtig sein, wenn du nachhaltig grillen möchtest. Diese ist ein Nebenprodukt, welche bei der Rodung für Plantagen und Viehzucht entsteht. Problematisch ist hier die Art der gerodeten Wälder. Denn die Kohle stammt meist aus illegal geschlagenen Tropenwäldern.

Setze daher beim Grillen auf heimische Grillkohle. „Made in Germany“ bei Kohle wird als regionales Produkt angeführt und bedeutet, dass die Kohle in der BRD abgefüllt wird und mit heimischen Restabfällen vermischt wird. Möchtest du wirklich auf Nachhaltigkeit setzen, solltest du auf nachfolgende Siegel achten, die alle auf eine nachhaltigere Holzwirtschaft zurückgreifen.

  • FSC: Siegel für guten Wald und gutes Holz – nachhaltig einkaufen
  • PEFC: Gesamte Produktherstellung (vom Rohstoff bis zum gebrauchsfertigen Endprodukt) ist zertifiziert und kontrolliert durch unabhängige Gutachter – nachhaltig einkaufen

Des Weiteren kannst du das DIN-Prüfzeichen „DIN EN 1860-2“ für deine Kaufentscheidung heranziehen. Eine Grillkohle mit diesem Prüfzeichen enthält weniger Giftstoffe und darf beispielsweise keine Rückstände von Holzschutzmitteln, Lacken oder sonstigen Fremdstoffen enthalten.

Neben heimischer Grillkohle mit entsprechendem Siegel gibt es aber auch noch nachhaltige Alternativen. Zwar bedarf es für diese Produkte vergleichsweise einen längeren Transportweg, jedoch kann sich dieser ebenso lohnen. So kann Kohle aus Kokusnussschalen eine echte Möglichkeit sein, nachhaltig zu grillen. Hierfür muss kein Baum gerodet werden, da diese Kohleart ein reines Abfallprodukt ist. Eine weitere nachhaltige Grillkohle ist die Bambuskohle. Ebenso wie die Kohle aus Kokusnussschalen muss Bambus nicht gerodet werden, weil dieser geschnitten wird und keine Bodenerosion verursacht. Beide dieser nachhaltigen Kohlevarianten haben eine deutlich höhere (doppelt bis dreifach) Brenndauer als die übliche Holzkohle.

Umweltbewusstes Anzünden

Bereits beim Anzünden beginnt die Frage nach der Nachhaltigkeit. Verwendest du hierfür bisher chemische Anzünder, so raten wir dir diese in Zukunft zu meiden. Diese riechen nicht nur schlecht und sind schädlich, sondern bringen jährlich auch viele Menschen nach falscher Verwendung ins Krankenhaus. Natürliche Anzünder wie Kaminanzünder oder auch Wachs sind dagegen deutlich umweltfreundlicher. Entscheidend ist hierbei, dass natürliche Anzünder im Vergleich zu ihrer chemischen Variante ohne synthetische Zusatzstoffe hergestellt werden und auf nachwachsenden Rohstoffen beruhen. Du kannst diese sogar selbst herstellen. Wichtig beim Anzünden für das Grillen ist in jedem Falle, dass das Grillgut erst auf den Grill darf, sobald der Anzünder abgebrannt ist.

Nachhaltige Grillbeilagen

Auch bei den Grillbeilagen kannst du den Nachhaltigkeitsaspekt berücksichtigen. Statt nur auf Fleisch zu setzen, kannst du durch ordentliche Grillsalate die Fleischmenge und somit den ökologischen Fußabdruck reduzieren. Wir haben für dich leckere Sommersalate zusammengestellt, die du im Handumdrehen dank der beschriebenen Rezepte selbst ausprobieren kannst. Zudem zeigen wir dir, wie du ganz einfach vegetarisch grillen kannst. Gemüse statt Fleisch.

Genauso kannst du auf Fertigprodukte verzichten, wenn es um leckere Grill-Dips geht. Auch hierfür haben wir vorgesorgt und verraten dir wie du Dips zum Grillen selbst machen kannst.

Nachhaltiges Grill-Zubehör

Wenn es um das Grill-Zubehör geht, kannst du, neben den genannten selbst gemachten Salaten und Dips, auch anderweitig Müll vermeiden. Pappteller, Plastikbesteck und Aluminiumfolie? All diese Dinge gehören nicht dazu, wenn du nachhaltig grillen möchtest. Gewöhnliches Geschirr und Besteck zum Grillen sind eine wesentlich sinnvollere Alternative. Zusätzlich eignen sich für den Transport selbstgemachter Dips Einmachgläser mit Deckel hervorragend. Mehr Mühe, dafür weniger Müll. Und darauf kommt es schließlich an!


Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit. Mit den genannten Mitteln macht es dir auch in Zukunft noch Spaß zu grillen. Und das sogar nachhaltig!